Im betrieblichen Geschehen ist medizinisches Personal häufig einer ganze Menge unterschiedlicher Belastungen ausgesetzt. Die Praxis eines Hausarzts während einer Grippewelle kann zu langen Schlangen von Patienten führen, die bereits vor der morgendlichen Öffnung vor der Tür stehen. Bei Fachärzten gibt es ähnliche Szenen, wenn offene Sprechstunden angeboten werden.

Deutsche Patienten sind das gewohnt und nehmen es größtenteils mit Gleichmut hin, weil sie wissen: Für gute Ärzte und Ärztinnen lohnt sich die Wartezeit. Während der Behandlung ertragen sie es ebenfalls, dass es häufig schnell gehen muss, ähnlich wie beim Discounter an der Kasse. Die Patienten verstehen, dass die Mediziner sich keinen Small Talk erlauben. Allerdings gibt es Patienten, die eine Ausnahme bilden. Eine unfreiwillige Ausnahme. Angstpatienten verhindern durch ihr Verhalten oftmals eine schnelle Abwicklung der Behandlung oder Untersuchung. Hier einige Hinweise dafür, wie die Behandlung dennoch gelingt.

Der Angstpatient in der Praxis

Medizinische Fachangestellte und Krankenschwestern kennen das Bild. Der Blutentnahmestuhl ist besetzt. Die meisten Patienten sind so wenig aufgeregt wie beim Friseur. Die Krankenschwester oder der Krankenpfleger brauchen nur eine Spritze und einen geeigneten Stuhl. Siehe den Blutentnahmestuhl von Medizina. Der Fachmann oder die Fachfrau konzentriert sich normalerweise auf die Venen im Arm. Manche sind schlecht zu sehen, andere rollen. Beim Angstpatienten ist die Behandlung anspruchsvoller.
Vor allem die Spritze bereitet Probleme. Zumeist reicht es, wenn Angstpatienten sie sehen.

Es gibt sogar ein Fachwort für die Spritzenangst: Trypanophobie. Handelt es sich um eine leichte Form dieser Angststörung, reicht es bisweilen, dem Patienten eine Empfehlung zu geben.

Er oder sie solle an etwas Schönes denken, ein Urlaub in den Tropen oder eine Gehaltserhöhung. Manchmal wirkt das Wunder. Keinesfalls darf die behandelnde Person ungeduldig werden, um die Probleme nicht zu vergrößern. Die Blutentnahme oder auch die Impfgabe kann in solchen Fällen auch bei Meditationsmusik vorgenommen werden. Oder die medizinische Fachkraft erzählt einen Witz, um die Spannung zu lösen. Im Einzelfall kann so etwas funktionieren. In einigen Fällen ist die Angst zu groß, um das Problem während der Behandlung zu umgehen. Dann kann der Arzt oder die Ärztin ein Beruhigungsmittel verschreiben oder einen Psychotherapeuten empfehlen.

Ein Spezialisierung mehr

Angstpatienten haben in der Zahnheilkunde dazu geführt, dass Dentisten mit einer weiteren Behandlungsmöglichkeit werben: Der betont gefühlvollen. Sie sprechen vor der Behandlung über Ängste und welche Entspannungstechniken es gibt, manche behandeln gar mit Hypnose. Eine Methode, die seit jeher eine Menge Befürworter hat und deren Zahl stetig steigt.

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